Es war einmal ... die Schlüsselblume

  • 4 Mär 2025
  • Katrin Bamberg - Spinnradmärchen

Die Frühlingswiesen standen voller Blumen: Gänseblümchen, Veilchen und Vergissmeinnicht. Die Menschen waren fröhlich und genossen die warmen Sonnenstrahlen.

Oben an der Himmelstür war der gute alte Petrus gerade damit beschäftigt, die vielen Schlüssel zu überprüfen, ob sie sich leicht schließen lassen. Plötzlich merkte er, dass ein Schlüsselchen fehlte! Nämlich der von Hintertürchen, durch das er hin und wieder einen reuigen Sünder in den Himmel schlüpfen ließ. Dieser Schlüssel war verschwunden. Vor Schreck fiel ihm der ganze Schlüsselbund aus der Hand. Er fiel durch die Wolken, fiel an den vielen Reihen von Sternen hindurch, bis hinab zur Erde. Dort blieb er liegen.

Schnell schickte Petrus einen Engel hinab, der sollte den Schlüsselbund suchen. Da lief der Engel suchend über die Wiesen und fragte die Menschen, ob sie nicht vielleicht den Schlüssel gesehen hätten. Doch alle schüttelten den Kopf. „Allein wirst du ihn nicht finden“, sagte ein alter Bauer. „Aber, wenn wir alle helfen, dann werden wir ihn schon finden.“

So suchten die Bauern die Bergwiese ab und tatsächlich: sie fanden ihn. Er hatte sich durch den Fall tief in die Erde gedrückt. Dort, wo er lag, war eine schöne gelbe Blume gewachsen. Ihre Blüte glänzte so goldgelb in der Sonne, dass sie an ein Schloss erinnerte. Den Leuten gefiel die Blume und sie baten den Engel, er möge sie auf der Erde lassen. Er erfüllte den Menschen die Bitte und brachte dem Petrus den Schlüsselbund zurück.

Petrus freute sich von ganzem Herzen: „Du hast deine Sache gut gemacht!“, lobte er. „Komm mal her und schaue durch das Wolkenloch auf die Erde.“ Da staunte der Engel, denn die ganze Bergwiese war mit einem leuchtend gelben Blumenteppich bedeckt. An jedem Stengel saßen vier oder fünf Blüten, so wie jeder Schlüsselbart unterschiedlich viele Zacken besaß. Die schönste aber stand dort, wo der Schlüsselbund niedergefallen war.

Seiher blühen im Frühling die Schlüsselblumen. Die Menschen spüren, wie ihre Herzen aufgeschlossen werden nach den langen und kalten Wintertagen.

Nach einer Geschichte von Hermann Heinz Wille.

 

Herzliche Grüße

Katrin Bamberg

 

Öffentliche Erzähltermine:

Sonntag, 09.02.2025 15 Uhr, Theater der 2 Ufer - Wintermärchen

Freitag, 28.02.2025 19 Uhr, Kirche Sand - Wunschpunsch

Sonntag, 06.04.2025 15 Uhr, Norsingen Möbelschau - Schatzsuche

Freitag, 11.04.2025 19 Uhr, Kirche Sand - Wunschpunsch

Freitag, 25.04.2025 17 Uhr, Kräuter und Märchen - LF Sand

Mittwoch, 30.04.2025 19 Uhr, Walpurgisnacht - Theater der 2 Ufer

Katrin Bamberg - Spinnradmärchen

Kommen Sie mit auf eine Reise ins Reich der Kobolde und Prinzen, in die Welt der Waschweiber und zornigen Riesen, an knisternde Indianerfeuer, in die Wälder der Drachen und ihrer Bezwinger. Hören Sie schon das Quietschen alter Türen oder das frohlockende Zirpen des Zaubervogels? Riechen Sie Zauberkräuter, die frische Brise an einem entlegenen See, den weihnachtlichen Duft nach Äpfeln und Zimt in gemütlichen Stuben? Ich entführe Sie in die Welt der Märchen. Die Fäden alter, längst vergessener Geschichten spinne ich neu, und bekannten Sagen und Erzählungen verleihe ich zu neuem, noch ganz unbekanntem Glanz. Das sich unablässig drehende Spinnrad spinnt einen schier nicht enden wollenden Geschichtenstrang. Märchen , Sagen , Geschichten erzählt man sich überall Ideale Orte und Gelegenheiten für Geschichten : Kindergärten Kliniken Geburtstage Schulen Altenheime Hochzeiten